Um zum ökologischen Engagement beizutragen, wenden sich immer mehr Bürger dem Elektrofahrrad als Fortbewegungsmittel zu. In diesem Bereich konkurrieren zwei Arten von elektrischen Unterstützungssystemen.
Zwischen dem im Tretlager befindlichen und häufiger anzutreffenden Mittelmotor und dem Nabenmotor, der im Rad sitzt, stellt sich die Frage: Welchen Motortyp sollte man bevorzugen? Was sind die Unterschiede und Vorteile dieser Elektromotoren? Entdecken wir gemeinsam, wie Sie Ihre Wahl beim Kauf eines Elektrofahrrads treffen können.
Zwei Arten der elektrischen Unterstützung
Bei einem Elektrofahrrad kann der Motor an 3 verschiedenen Stellen angebracht sein. Er kann entweder im Vorderrad, im Hinterrad oder im Tretlager (Mittelmotor) platziert sein. Je nach Position wirkt die elektrische Unterstützung Ihres Fahrrads unterschiedlich.

In Deutschland sind die meisten Elektrofahrräder auf dem Markt mit Nabenmotor ausgestattet. Das heißt, der Elektromotor ist im Rad integriert. Neben geringeren Herstellungskosten ist der Motor im Rad auch einfacher zu installieren. Seine Funktionsweise ist weniger komplex und kann leichter an jeden klassischen Fahrradrahmen angepasst werden.
Diese verschiedenen Installationsarten unterscheiden sich durch ihr Fahrverhalten, ihre Leistung, ihre Besonderheiten sowie ihre Nutzung.
Sollte man ein Elektrofahrrad mit Mittelmotor kaufen?
Während der Mittelmotor in der Regel den Modellen der hochwertigen Elektrofahrräder vorbehalten ist, stellt sich die Frage, ob man unbedingt diese Art der Motorisierung bei einem Zweirad benötigt.
Nicht unbedingt. Es hängt hauptsächlich von Ihrer Nutzung des Elektrofahrrads ab. Mehrere Kriterien spielen eine Rolle, und wir geben Ihnen die Schlüssel, um Ihre Wahl zu treffen.

Der Preis eines Elektrofahrrads mit Mittelmotor
Ein Fahrrad mit Mittelmotor ist zunächst deutlich teurer in der Anschaffung. Für Personen mit begrenztem Budget ist der Motor im Hinterrad eine durchaus sinnvolle Wahl. Indem man auf den Mittelmotor verzichtet, kann man sich beispielsweise ein Elektrofahrrad mit besserem Akku leisten.
Elektrische Unterstützung ohne Anstrengung mit einem Motor im Rad
Bei einem Fahrrad mit Motor im Hinterrad wird die elektrische Unterstützung nach einer Vierteldrehung des Pedals aktiviert. Die Geschwindigkeit hängt vom gewählten Fahrmodus und der Pedaldrehzahl ab – unabhängig von der auf das Pedal ausgeübten Kraft.
Diese Art der Unterstützung eignet sich daher besser für Personen, die möglichst wenig Anstrengung beim Elektrofahrradfahren wünschen. Da weniger Kraft aufgewendet wird, ist der Nabenmotor besser für Nutzer mit Knieproblemen geeignet. Der Nachteil ist jedoch eine stärkere Beanspruchung des Akkus und somit meist eine geringere Reichweite.

Ein Elektrofahrrad mit Motor im Rad bietet gute Beschleunigung und macht das Zweirad agiler zu einem sehr attraktiven Preis. Dieses System ist zudem kompakter, da es direkt im Rad integriert ist. Bei einer Reifenpanne am Motorrad ist der Ausbau jedoch komplizierter.


Wie funktioniert ein Mittelmotor?
In zentraler Position am Elektrofahrrad angebracht, bietet der Mittelmotor eine Unterstützungsstufe, die von dem Druck abhängt, den Ihre Beine ausüben. Diese Art von Elektrofahrrad vermittelt eher das Gefühl eines klassischen Fahrrads.
Technologisch fortschrittlicher und daher teurer, treibt der Mittelmotor die Kette und das Schaltwerk an. Im Gegensatz zu den Elektromotoren im Rad, die die Antriebseinheit entlasten, führt die kombinierte Kraft Ihrer Beine und des Motors zu einem schnelleren Verschleiß dieser Komponenten.

Auf dem Papier verfügt der Mittelmotor über ein höheres Drehmoment. Deshalb wird er oft von den anspruchsvollsten Radfahrern bevorzugt. Die anderen Fahrradkomponenten müssen daher ausreichend robust und von guter Qualität sein, um beispielsweise Schäden an den Ritzeln zu vermeiden.
Der Mittelmotor passt sich Ihrem Tempo an
Der Vorteil dieses Motorsystems ist, dass es eine graduellere Unterstützung bietet. Eine besser kontrollierte Leistung bei niedriger Geschwindigkeit, da die Kraft unabhängig von der Drehzahl des Rades ist.
Der zentral angebrachte Elektromotor begleitet besser Ihr Pedaltreten. Er eignet sich daher besser für Sportler, die eine gewisse Beinresistenz suchen.
Mit dieser Art der Unterstützung hat das Elektrofahrrad auch eine bessere Reichweite, da es ressourcenschonender arbeitet. Außerdem entwickelt ein Mittelmotor mehr Drehmoment. Das ist auch der Grund, warum er bei fortgeschrittenen Nutzern von Elektrofahrrädern so beliebt ist.

Welche sind die besten Mittelmotoren?
Es gibt 4 Hauptmarken, die Mittelmotoren liefern: Bosch, Bafang, Shimano und Yamaha. Während viele Nutzer auf die Active Line von Bosch schwören, sollte man die Qualität der Elektromotoren von Bafang nicht unterschätzen.
Die Active Line von Bosch ist für alle urbanen Elektrofahrräder geeignet, die keine langen Anstiege oder Fahrten mit schweren Lasten bewältigen müssen.
Im Gegensatz zu anderen Marken ist der Mittelmotor BBS von Bafang besonders vielseitig. Er kann problemlos an jedem mechanischen Stadtrad installiert werden und entspricht den europäischen Normen mit 250 W. Leicht und unauffällig mit sehr gutem Drehmoment eignet er sich sowohl für den Straßenverkehr als auch für das Elektrofahrrad im Gelände.
Bafang ist übrigens der von Weebot gewählte Motor in unserem Kit zur Umrüstung eines klassischen Fahrrads auf ein mechanisches Elektrofahrrad.
Shimano-Motoren findet man in der Elektrofahrrad-Reihe O2Feel, die in Deutschland entworfen und hergestellt werden.
Fazit: Mittelmotor oder Nabenmotor?
Das Wichtigste beim Kauf eines Elektrofahrrads ist, die Motorisierung zu wählen, die am besten zu Ihren Bedürfnissen und Empfindungen passt. Zögern Sie nicht, verschiedene Elektrofahrräder vor Ort zu testen, um das passende Modell zu finden.
Zum Vergleich: Es ist nicht sinnvoll, sich eine Lamborghini zu kaufen, nur um damit einkaufen zu fahren. Es sei denn, Sie haben die Mittel dazu, aber das ist nicht unbedingt die effektivste Lösung.

Die meisten Elektrofahrradmarken entwickeln immer fortschrittlichere Technologien, um die Unterstützung so unauffällig wie möglich zu gestalten. Ziel ist es, die Bewegung des Radfahrers mit minimalen Vibrationen möglichst effizient zu verlängern.
Mit einer leisen Unterstützung und einem Fahrgefühl, das dem natürlichen Pedaltreten nahekommt, warten Sie nicht länger, um das Elektrofahrrad zu Ihrem Hauptverkehrsmittel zu machen.
